Skiklub Bochum e.V.
Skiklub Bochum e.V.

Radtour 2019

Die 26. Kalenderwoche startete mit einer gewaltigen Hitzewelle, sodass die endgültigen 22 Teilnehmer ( von ursprünglich 34 Interessenten ) mit sehr gemischten Gefühlen auf das diesjährige Ereignis schauten. Aber schließlich landeten wir alle am 26.06. in Ibbenbüren, im Münsterland, im Hotel Leugermann. Nach herzlichen Begrüßungen (Bussi links, Bussi rechts), dem Bezug der Zimmer und einem Kurzimbiss, beschloss der Organisator der Tour, Lorenz T., uns noch einen kurzen Nachmittagsausflug anzubieten. Also sattelten 11 Teilnehmer, bei strahlendem Sonnenschein und 35° im Schatten, ihre Stahlrösser und los ging es. Nun ist unser Scout ja bekannt dafür, dass er problemlos aus jeder Stadt hinauszufinden weiß und daher überraschte es uns nicht, dass dies auch hier wieder der Fall war. Nach kurzer Stadtdurchfahrt landeten wir schließlich an der Ibbenbürener Aa,einem kleinen kanalisierten Bächlein, dem wir, überwiegend unter Bäumen, bis zum Kloster Gravenhorts folgten. Banausen, wie wir es waren, schenkten wir uns den Besuch der Klosterkirche, und ließen es uns nur im Schatten bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Danach zeigte uns unser Scout (per Rad natürlich), auf welchen einsamen Höhen auch noch Häuser standen, bevor wir aus dem Kloster den Heimweg antreten durften. Da wir durch diese kleine „Schlenker“ etwas später ankamen, wurde das Abendessen um ½ Stunde verschoben, was aber auch nicht störte (rund 32 km standen bei Ankunft auf dem Tacho). Man traf sich zum warmem Buffet draußen, genoss die Küche und verlangte kurz darauf nach wärmenden Decken, denn der Abendwind war merklich kalt. Der Abend verlief so, wie jeder erster Abend auf einer SKB-Radtour verläuft: Lang und nicht sehr still. Danach, irgend wann, begab man sich zur Ruhe. Da die Zimmer natürlich nicht gerade kühl waren, schliefen ganz Kluge nur unter dem Bettbezug, Überkluge hatten sich sogar einen Ventilator besorgt.

 

 

Das Wachwerden am nächsten Morgen, Donnerstag, war überhaupt kein Problem, da ein Teil der Zimmer sich direkt gegenüber einem Neubau befand, wo die Arbeiten um 07.00 Uhr begannen. Frohgelaunt erschien man also zum Frühstück, um zu erfahren, was so dieser Tag bringen sollte. Scout Lorenz überraschte uns mit der freudigen Mitteilung, dass dieser Tag ja nun fast schon arktisch kalt sein würde, ca. 25° im Schatten, und man daher wohl die etwas schwierigere Tour nach „Tecklenburg“ hoch meistern könnte, „da seien ein paar Höhenmeter zu bewältigen. Aber der Blick von da oben sei super!..“ Der Blick wohin? Natürlich nach Ibbenbüren. Na gut, nach einem guten Frühstück stieg man schließlich auf die Räder....., falsch, wollte auf die Räder steigen, als ein Teilnehmer einen platten Vorderreifen bemerkte. Man versorgte ihn mit Kartenmaterial, Treffpunktinformationen, und dem Hinweis zur nächsten Werkstatt. Aber dann ging es wirklich los. Die Gruppe war inzwischen um ein Ehepaar angewachsen, dem früheren Arbeitgeber von Hildegard T. Dieses Ehepaar, extrem ortskundig, schlug ein recht flottes Tempo an, aber nicht sehr lange, bis der Ehemann durch eine Glasscherbe fuhr: Panne Nr. 2. Weiter ging es, durch teilweise recht ruppige Wege (Aufgefangener Kommentar: Ich bin doch nicht mit einem Mountainbike unterwegs!). Leider gab es in einem dieser Geländestücke einen kleinen Unfall, der aber zunächst schlimmer aussah, als er war. Nach kurzer Wundversorgung durch die Notfallsanitäter Peter und Wolfgang ging es weiter: Zwischenfall Nr. 3. Da die Gruppe sich immer weiter auseinander zog, waren plötzlich 2 Teilnehmer verschwunden. Wie sich später herausstellte, Anschluss verloren, falsch abgebogen. Doch auch diese Beiden wurden wieder eingefangen. Hier wurde die uralte Gruppen-/Kolonnenregel nicht beachtet: Anschluss hält man immer nach hinten: Zwischenfall Nr. 4. Irgendwann hielt man, Lorenz zeigte steil nach oben zu einem nahezu in den Wolken stehendem Haus und sagt lapidar:“ Da müssen wir hin“. Leider ging es zunächst bergab. Doch dann setzte die Tour der Leiden umso heftiger ein. Die wenigen Nicht-Pedelecfahrer schoben nach einiger Zeit und die Pedelecfahrer mussten ihre allerletzten Reserven aktivieren. Aber schließlich war man oben!!!! Tecklenburg hat einen frühneuzeitlichen Stadtkern mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, wurde als Burg vom Grafenhaus Tecklenburg im 13./14. Jahrhundert gegründet, besaß protestantische Kirchenvogtrechte, kannte keine Hexenverbrennung und stand im ständigen Widerstreit zum katholischen Münster. Daher auch heute noch die überwiegend evangelische Bevölkerung in dieser Gegend. Wir stellten unsere Räder ab und genossen eine längere Pause mitten im Ortskern in einem Kaffee. Nach einem kurzen Stadtrundgang, sehr sehenswert, ging es nun weiter, bergab, Richtung Heimat. Ach ja, ein kurzer „Umfaller“ im Stehen ist noch zu erwähnen, aber auch der verlief recht harmlos (lediglich ein verbogenes Schutzblech), aber immerhin: Zwischenfall Nr. 5. Nach flotter Fahrt durch Ibbenbüren, der letzte , kurze Anstieg, und nach etwa 47 km waren wir erschöpft, aber zufrieden im Hotel angekommen. Und abends? Nach dieser anstrengenden Tagesetappe lag alles sehr früh im Bett?! Nicht so der Skiklub! Auch hier kann man die schon klassische Redewendung, etwas abgewandelt, gebrauchen: „Same procedure as last evening.“

              Für den nun angebrochenen Freitag versprach uns unser Scout eine nahezu problemlose, flache Etappe. Und so war es auch, im Prinzip. Bei erträglichen 27°, wie üblich strahlender Sonne, ging es um mehrere Seen, teilweise völlig mit Seerosenblättern bedeckt, z.B. um den Torfmoorsee, zum sogenannten Nassen Dreieck, dem Zusammenfluss von Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal, bis wir schließlich in Bevergern, in einer recht guten Eisdiele landeten, die ihr Geschäft des Tages machte. Zu erwähnen ist auf dieser Tour lediglich, dass wir hier einen mittelschweren Fahrraddefekt an einem Pedelec hatten: Die Kette hatte sich so gelöst und so eingefressen, dass man nur unter teilweiser Demontage von Kettenschutz, usw. das Problem beheben konnte. Auch hier war wieder das Team Peter und Wolfgang, plus Jochen, dieses Mal im „Blaumann“, die Helfer. Ab besagter Eisdiele löste sich eine kleine Gruppe heraus, fuhr alleine gen Hotel, wo man nach runden 40 km landete,während das Gros noch einen weiteren Schlenker einbaute. Da die Abende nun etwas milder waren, brauchte man keine Decken mehr (siehe erster Abend), konnte auch noch etwas länger zusammen sitzen(?!?!?!). Zu erwähnen hat der Schreiberling vergessen, dass alle Abendessen im Freien als warmes Buffet eingenommen wurden.

             Wir sind jetzt am letzten Radfahrtag, dem Samstag, angekommen. Die Wetterprognose versprach wieder, wie üblich, strahlenden Sonnenschein und „milde“ 35° im Schatten. Bis auf 2 Ausnahmen stieg alles, wie angeordnet, um 10.00 Uhr (so ungefähr ) auf die Räder, um eine „relativ“ einfache Tour unter die Reifen zu nehmen. Auch hier fuhren wir wieder diverse Seen an, z.B. den Sonnenhügelsee bei Antrup und weiter zum Buddenkuhlsee, einem großen Freizeit-/Campinggelände. Hier klinkten sich zwei Teilnehmer aus, wegen Schmerzen in der in diesen Tagen fast übermäßig benutzten Körperzone, dem Hintern. Die verbleibende Gruppe freute sich, dass sie in wenigen Kilometern den gebuchten Biergarten in Ladbergen erreichen würden, was sie auch tat, nämlich einen wunderschön, unter Bäumen gelegenen, Biergarten, der aber leider.........geschlossen war. Unser findiger Scout fackelte nicht lange, sondern fuhr eine andere Lokalität in dem gleichen Ort an, wo es auch Schatten und etwas zu trinken gab. Lob sei seiner Flexibilität und Improvisationsgabe ausgesprochen! Ja, von dort ging es im Prinzip nur noch nach Norden, nach Hause. Der Weg nach Hause führte zunächst einmal ca. 3 km direkt am Dortmund-Ems-Kanal entlang, an sich wunderschön, wenn man vergisst, dass die Hitze ( 35° im Schatten, siehe oben) in diesem Kanalbecken stand, der geschotterte Radstreifen maximal 40 cm breit war, und es bis zum Kanal links vom Radstreifen auch nur noch 50 cm waren. Also bitte, keine Fahrfehler machen!!! Und wenn einem dann noch Frachtkähne mit herrlich schäumender, kühler Bugwelle entgegen kommen, ist der Psychoterror nahezu perfekt! Doch die inzwischen hartgesottene Crew meisterte auch das, quälte sich auch anschließend noch durch einen wurzeldurchsetzten, engen Waldpfad, um schließlich im reservierten, außerordentlich imposanten Naturgartenpark bei Dörenthe zu landen, wo ein Tisch für 20 Leute reserviert war, der aber nur aus 10 Plätzen bestand. Aber auch hier fand man schnell eine Lösung. Vorher musste allerdings noch ein wirklich ernstes Problem gelöst werden: Ein Teilnehmer hatte nämlich beim letzten Aufenthalt in Ladbergen seine Gepäcktasche mit allen wichtigen Unterlagen dort stehen lassen. Man mag ja hin und wieder über das Handy schimpfen, aber in dieser Situation war es ein Segen: Ein kurzes Telefonat zur letzten Lokalität, Gepäcktasche gefunden und sicher gestellt, Problem primär gelöst. Nach runden 55 km kamen wir schließlich wieder im Hotel an, duschten kurz, um zum letzten Abendessen, wieder im Freien, zu erscheinen. Michael S. hielt eine kurze, aber gekonnte Dankesrede auf Lorenz, es wurden etliche Schnäpse ausgegeben, warum weiß der Schreiberling nicht mehr so genau – mag das an den Schnäpsen liegen?!?! - und es folgte das alte Motto:“ Same procedure as last evening.“

               Und somit sind wir am Sonntag, 30.06., angekommen. Keiner wollte wirklich noch Radfahren, da die Temperaturen auch wieder gute 35° erreichen würden. Man verabschiedete sich ganz lieb und herzlich (Bussi links und Bussi rechts), war traurig, dass man sich so selten in dieser Konstellation sah, versprach über Besserung nachzudenken und fuhr schließlich ab.

               Wie üblich, darf der Schreiberling auch noch seine persönliche Schlussbemerkung dazu setzen: Es war diese Mal ein sehr forderndes, anspruchsvolles Wochenende, das durch die Dominanz der Pedelecs eine andere Dimension bekommen hat, was Tempo und Geländebewältigung anbetrifft. Konnten früher schwächere Teilnehmer diese Schwäche durch ihre Pedelecs ausgleichen, ist dieser Bonus jetzt verschwunden, da nahezu jeder ein Pedelec fährt. Hier sollte nach Lösungsansätzen gesucht werden, und dieses wird ja auch schon angedacht.

              Schade, dass so viele abgesagt haben, sie haben etwas versäumt, was nicht wiederholbar ist. Dem Organisator, Lorenz, der ja alles alleine geschultert hat, sei an dieser Stelle ganz, ganz herzlich gedankt.

 

Text: Wolfgang Mack

Unser Haus in Winterberg

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